Das Outback und der Teebaum

Im kalten Herbst 2015 haben wir die Zeit zwischen zwei Jobs genutzt und sind zum zweiten Mal nach Australien gereist. Zum zweiten Mal haben wir diesen wahnsinnig langen Flug auf uns genommen, um dieses atemberaubende Land zu bereisen.

Australien hat so viel zu bieten, dass es sehr schwer ist, sich zu entscheiden wohin es geht, wenn man “nur” zwei Monate Zeit hat. Aber wie sich herausstellte, war es dann doch nicht so schwer. Wir wollten einfach beide wieder da hin wofür Australien so bekannt ist. Das Outback . Es bietet die spektakulärsten Szenen und das höchste Maß an Isolation, das man sich vorstellen kann. Mein Mann und ich hatten außerdem großes Interesse den Spuren des mysteriösen Verschwindens des Peter Falconio nachzugehen. Wir haben erst vor kurzem Dead Center von Robin Bowles gelesen. Ehrlich, wer Krimi Literatur mag, findet hier ein exzellentes Buch. Im Buch wir der ganze Fall auseinandergenommen und das Rechtssystem des Northern Territorys in Frage gestellt. Aber was das Buch auszeichnet, ist die interessante Story, die genauso bei jedem Trip ins Outback geschehen kann. Viele bekannte Orte findet man in dem Buch wieder und man kann sich sofort in jede einzelne Figur des Buch hineinversetzen.

Also flogen wir direkt nach Melbourne und borgten uns einen klapprigen, in die Jahre gekommenen Landrover Discovery von einem befreundeten Pärchen. Das war jetzt also unser weinrotes Bush-Hopper-Hotel für die nächsten zwei Monate. Unser Mobil ist weit entfernt von dem Komfort, den wir zu Hause genießen aber dafür um ein Vielfaches abenteuerlicher.

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Unser erstes Ziel war Mildura. Dort legten wir nur einen kurzen Übernachtungsstop ein. Wir fuhren weiter nach Broken Hill, wo wir den Royal Flying Doctor Service (RFDS) besichtigten. Wir können es sehr empfehlen, bei einem Australien Besuch einen der RFDS Standorte zu besuchen. Dort bekommt man tolle Eindrücke über die Herausforderung der Gesundeitsversorgung des Outbacks und weit abgelegenen australischen Orten.

Von Broken Hill ging es entlang des Barrier Highway nach South Australia bis wir das kleine Städtchen Yunta erreichten. Von da aus bogen wir nach rechts ab in die Tea Tree Road. Genau hier kamen wir das erste Mal mit einer typischen Outback Dirt Road und all den Herausforderungen, die damit verbunden sind, in Kontakt. Diese Straße ist ziemlich abgelegen und ist gesäumt von interessanten Ruinen, welche es Wert sind, besichtigt zu werden. Die Tea Tree Road, wie der Name schon sagt, ist außerdem gesäumt von Teebäumen. Selbst in Europa ist die Wirkung des Teebaumes bekannt und geschätzt.

Besonders das Öl, welches durch Dampfdestillation aus dem Teebaum gewonnen wird, findet breitgefächerte Verwendung bei Heilung und Gesundheit, als natürliches Antibiotikum und auch in der Naturkosmetik. Es gilt als eines der wertvollsten Pflanzenöle in der Natur. Seine antibakterielle Wirkung ist äußerst effektiv und gleichzeitig schonend. Teebaumöl wirkt effizient gegen Viren, Bakterien und Pilze. So kann es unter anderem Akne, Grippe, Erkältungen und Herpes bekämpfen sowie bei Insektenstichen helfen.

Die Hauptstoffe (Terpine) des Teebaumöls weisen entzündungshemmende, wundheilende, desinfizierende und pilztötende Eigenschaften auf. Deshalb ist das Teebaumöl insbesondere zur Verbesserung der Hautgesundheit und gegen Entzündungen so beliebt.

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Teebaumöl wird häufig ebenso gegen Erkältungskrankheiten und Infektionen eingesetzt. Vor allem Entzündungen, die sich im Hals festgesetzt haben, können durch eine orale Verwendung bekämpft werden. Da es sich bei Teebaumöl um ein reines Naturprodukt handelt, sind Nebenwirkungen körperlicher Art so gut wie ausgeschlossen. In einigen Fällen ist es jedoch möglich, dass der Verwender allergisch auf die Behandlung reagiert. Dabei wird die Hautverträglichkeit überprüft. Sowohl die Augen als auch die Schleimhäute sollten immer von einem Kontakt verschont bleiben.

Persönlich benutze ich es am liebsten bei Halsweh. Einfach ein paar Tropfen in ein Glas Wasser und Gurgeln. Auch bei jeglicher Art von Hautverletzungen kommt es bei mir sofort zum Einsatz. Es desinfiziert und die Wunde entzündet sich nicht. Aber jetzt weiter zu unserer Reise.

Wir folgten der Tea Tree Road noch ca. 300 km und kamen dann endlich in Arkaroola Village an, die Mitte der bildschönen Flinders Ranges. Hier blieben wir eine Nacht auf einem kleinen Hügel, schliefen mit offenen Autotüren und beobachteten den wundervollsten Sternenhimmel, den wir beide je gesehen haben. Die Aborigines nennen den Sternenhimmel auch „Zelt der tausend Augen“. Eine der schönsten und romantischsten Beteichnungen die ich je für den Sternenhimmel gehört habe.

Von Arkaroola ging es weiter Richtung Balcanoona Bluff und dann über die Gammon Road nach Copley am Outback Highway. Ab hier ging es nach rechts in Richtung Maree, dem Beginn des Oodnadatta Tracks. Der Oodnadatta Track selbst ist ein bekannter Outback Trail und ein unbedingtes Muss für einen Outback Abenteurer. Die Begebenheiten des Weges können schwanken von bröseligen Steinchen bis hin zu ausgewaschen Mulden mit riesigen eingekerbten Kreidefelsen. Die ausgewaschenen Mulden sind mitunter sehr herausfordernd; besonders nach heftigen saisonalen Regenfällen. In unserem Fall aber war der Weg in einem guten Zustand und wir brauchen den Vierradantrieb recht selten.

Nach einem kurzen Stopp am südlichen Aussichtspunkt des Eyre Sees, eingehüllt von tausenden Fliegen, ging es bald weiter nach Coward Springs, wo wir die Nacht verbrachten. Diese erwuickende Oase in der Mitte der Wüste ist eine willkommene Linderung der Hitze und Trockenheit des Outbacks. Das kleine “Spa,” gebaut um eine tatsächliche Wasserquelle, ist ein toller Ort, um sich abzukühlen. Aber Vorsicht ist geboten: Die Quelle mündet in einem kleinen Teich am Ende des Campingplatzes. Dieser Tümpel ist die Heimat hoch aggressiver Moskitos. Man sollte hier immer ein Moskitonetz dabeihaben, ansonsten wird man zerstochen. Mein armer Mann wurde lebend gefressen aber aus irgendeinem Grund haben sie mich verschont.

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Am nächsten Tag ging es weiter. Eine kurze Rast legten wir am William Creek Hotel ein und hatten dort ein außerordentlich gutes Lunch. Ich kann das Pub sehr empfehlen. Wir setzten unsere Reise fort und besuchten das Pink Roadhouse. Dieser Shop ist optimal um Proviant aufzufüllen. Aber sicherlich sollte man dort nichts Unnötiges kaufen. Der Laden ist SEHR(!) teuer. Ein kleines Glas Honig kostet dort fast 10 AUD! Von Oodnadatta ging es weiter nach Marla und dort Bögen wir ab nach Norden auf den Stuart Highway in Richtung der Grenze South Australia / Northern Territory. Nach dem obligatorischen Fotostop ging es weiter bis wir das Erldunda Roadhouse erreichten. Dort bogen wir ab Richtung Uluru und den Olgas.

Es ist ganz normal, dass man beim ersten Besuch des Uluru den vorgelagerten Mount Connor für den heiligen Monolith hält. Jeder macht diesen Fehler 😊. Als wir auf Höhe des Yulara Resort waren, konnten wir den ersten Blick auf den Uluru erhaschen. Das Yulara Resort ist der einzige Ort an dem es erlaubt ist zu campen. Und natürlich ist das nicht preiswert. Es ist einer der teuersten Campingplätze auf denen ich jemals übernachtet habe. Es sei aber gesagt, dass der Platz sehr modern und sauber ist. Außerdem gibt es dort eine Menge Dinge zu sehen und zu tun. Aber ohne jeden Zweifel ist die Hauptattraktion der Monolith und die Fahrt zu ihm. Man kann einfach nicht einschätzen wie groß dieser Stein ist bis man genau davor steht. Selbst wenn man noch 5 km entfernt ist, ist das einzige was man am Horizont sieht, der rote Stein. Eine Umrundung des Ulurus ist 9 km lang.

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Genauso beeindruckend ist auch der benachbarte Kata Juta Felsen, auch bekannt als die Olgas. Dieser Fels ist genauso schön wie der Uluru.  Die Olgas sind dadurch gekennzeichnet, dass man durch sie durchlaufen kann. Das ist atemberaubend. Das einzige was nicht so schön ist, sind die ständig ankommenden Touristenbusse. Ich persönlich finde die Touristen Scharen sehr amüsierend. Der Bus der ankam als wir zurück zum Auto liefen, setzte ca. 80 fein gekleidete Herrschaften, anscheinend aus den USA kommend, ab. Herren in den besten Anzügen und Damen gekleidet in blumige Sommerkleider und mit Schirmen sich schützend vor der Sonne. Wir wunderten uns sehr, was man ihnen erzählt hat, was sie erwarten würde, wenn sie ins Outback reisen.

Wir kehrten zurück zum Stuart Highway und stoppten eine Nacht auf einem Rastplatz in der Nähe des Kings Canyon Resorts. Das Resort ist ein ausgezeichneter Ort um richtige Outback-Erfahrungen zu machen… inclusive eines Kamelritts. Sehr  romantisch. Danach ging es weiter auf dem Stuart Highway nach Norden in Richtung Alice Springs. Auf dem Weg hielten wir am Henbury Meteorite Conversation Reserve. Das ist eine Sehenswürdigkeit des Outbacks, die Viele verpassen. Tatsächlich, wenn man einmal zu viel blinzelt, verpasst man sehr leicht die Ausfahrt. Es ist ein faszinierender Ort. Einer der wenigen echten Kraterfelder der Erde mit ca. 13 individuellen Kratern. Die Aborigines erzählen, dass ihre Vorfahren zeuge wurden, wie der Feuerteufel von der Sonne hinunterstieg und die Krater verursacht hat.

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Wir erreichten Alice Springs und waren total überwältigt, nachdem wir so lange in der Leere, der Verlassenheit des Outbacks unterwegs waren. Alice Springs ist eine lebendige Stadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, Hotels, Campingplätzen, Bars, Pubs und Restaurants. Wir blieben im G’day Mate Tourist Park und haben es durch und durch genossen. In Alice muss man das Reptile Centre und die alte Telegraphen Station gesehen haben. Ein Trip zum Anzac Hill bei Sonnenuntergang ist auch wunderschön. Ein Tagesausflug nach Chamber’s Pillar können wir auch sehr empfehlen. Das Einzige was dabei zu beachten ist, ist dass man sehr sehr früh den Trip starten sollte, denn eine Rückfahrt im Dunkeln ist überhaupt nicht spaßig.

Von Alice Springs fuhren wir weiter in die West McDonald Ranges entlang des berühmten Larapinta Drive. Diese Straße bringt einen zu den spektakulärsten und einzigartigsten Sehenswürdigkeiten, die Australien zu bieten hat. Standley Chasm, Ellery Creek Big Hole, Ormiston Gorge und einen unserer absoluten Lieblingsorte, Glen Helen Gorge. Eine Sehenswürdigkeit, die von vielen Reisenden oft ausgelassen wird ist Gosse Bluff, einer der größten Meteorietenkrater der Welt. Ich könnte seitenlang über diese Region berichten, aber das mache ich ein anderes Mal. Wenn man zu diesem Teil des Landes kommt, sollte man sich auf jeden Fall einiges an Zeit einplanen.

Die restliche Reise verbrachten wir damit den Stuart Highway entlang zu fahren und die Plätze zu besuchen, welche in „Dead Center“ vorkamen und mitwirkten beim tragischen Tod des Peter Falconio. Beim Lesen des Buches und dem darauffolgenden Besuchen wie dem Ti Tree Roadhouse, bekommt man einen Sinn für die völlige Isolation dieses Landes.

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Nach dem Durchfahren von Coober Pedy, Port Augusta, Peterborough und Burra kamen wir nach einer langen aber dennoch zu kurzen Reise wieder in Melbourne an. Es war ein fantastischer Trip für uns beide. Für mich ist dieser Reisebericht eine tolle Möglichkeit einige, meiner Lieblingsorte und Erfahrungen in diesem Land zu teilen. Wir kehrten beide mit einer Menge neuen Erfahrungen an unsere neuen Arbeitsplätze. In einigen Jahren werden wir uns den Westen Australiens vornehmen.

Links zum Teebaumöl:

http://www.teatree.org.au/
https://www.gesundheit.de/medizin/naturheilmittel/hausmittel/teebaumoel-ein-kleiner-alleskoenner
http://www.naturinstitut.info/teebaumoel.html

Die vorliegenden dargestellten Inhalte dienen der neutralen Information und stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen Nähr-, Arznei-, Heilmittel, Methoden oder Behandlung dar. Beiträge und Tipps beziehen sich lediglich auf die vorgestellten Produkte als Lebensmittel und ihre Verwendungen im Allgemeinen und bezwecken eine kritische Auseinandersetzung mit den jeweiligen Produkten. Hinweise auf konkrete Produkte einzelner Hersteller und Empfehlungen betreffen lediglich eigene Einkaufsquellen. Es wird dringend empfohlen, sämtliche Verwendungs- und Warnhinweise auf den jeweiligen Verpackungen der etwaig erworbenen Produkte streng zu beachten. Es kann keine Garantie auf Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Ausgewogenheit der Informationen gegeben werden. Die Inhalte ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und sollten nicht als Grundlage eigener Diagnosen und Handlungen dienen. SoulUrbia übernimmt keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus den hier dargestellten Inhalten ergeben.

 


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