[Rezension] „The Ultimate Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ von Douglas Adams

Die Romanreihe „The Ultimate Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“ beinhaltet fünf Romane die seit Jahrzehnten Fernweh und Fantasie anregen. Alle fünf Teile in einem Buch gibt es bisher nur in englischer Sprache.  Aber auch auf Deutsch haben die Bücher „Per Anhalter durch die Galaxis“, „Das Restaurant am Ende des Universums“, „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“, Mach’s gut und Danke für den Fisch“ und „Einmal Rupert und zurück“ längst Science Fiction Kultstatus erreicht. Die Romane sind sehr witzig und verblüffend geschrieben und regen zum Nachdenken an. Die ersten zwei Teile habe ich sehr genossen, die letzten drei fand ich etwas schwer verdaulich und es kam mir so vor als könnte ich an manchen Stellen Douglas Adams nicht mehr folgen. Ich bin kein großer Fantasy Fan mit Geschichten voller Robotern, außerirdischen Wesen und Zeitreisen – aber diese Romane sind anders als alles was ich bisher gelesen habe. Mein Horizont wurde so sehr erweitert, wie es  Tolkien oder Rowling nie geschafft haben.

In einem Satz zusammengefasst:
Es gibt absolut keine Bedeutung im Leben, im Universum und in allem Anderen; die Galaxie ist eine grenzenlose Einheit, in der ein kleines Wesen keinen Unterschied macht.

Kurze Zusammenfassung:
Kurz gesagt, man kann die fünf Teile nicht kurz zusammenfassen. Es gibt einfach viel zu viele erwähnenswerte Details und keine chronologische Abfolge der Bücher. Ich werde aber versuchen die wichtigsten Details der ersten beiden Bücher zu veranschaulichen.

Per Anhalter durch die Galaxis lesen ist als ob man den Kopf eines Genies betritt während er nicht da ist, um herauszufinden welche Ideen er noch so im Verborgenen hat. Es ist aber auch so als würde Douglas Adams zu einem sprechen, persönlich und liebevoll, einem durch eine verwirrende Welt navigieren und immer wieder leise flüstern: „Keine Panik“. Es ist die Geschichte zweier Menschen welche die sinnlose Zerstörung der Erde überleben und ihren Abenteuer in Raum und Zeit.  Dabei erkunden sie kontinuierlich den Sinn des Lebens, welcher für den Hauptakteur auch schon mal gleichbedeutend mit einer guten Tasse Tee sein.

Die Hauptfigur, Arthur Dent, ist ein aufrichtiger, ziemlich langweiliger Bürger Englands und ist der einzige Überlebende der Zerstörung der Erde durch die Vogons. Die Vogons zerstört die Erde um Platz für eine interstellare Umgehungsstraße zu schaffen. Nachdem er mit Ford Perfect vom Raumschiff der Vogons von der Erde durch das Unwahrscheinlichkeits-Laufwerk eingesogen wird, beginnt eine Reise queer durch die Galaxis. Auf dem Weg wird Dent die Frage nach dem Leben, des Universums und allem Andern durch den Supercomputer „Deep Thought“ offenbart.

Im zweiten Teil – Das Restaurant am Ende des Universums – entdeckt Zaphod, der Präsident der Galaxis, dass das Raumschiff auf dem sich Dent und Ford aufhielten die ganze Zeit in seiner Tasche war. Es wurde geschrumpft. Danach geht es weiter ins Milliways, dem Restaurant am Ende des Universums. Jeden Abend ist das Restaurant in der Lage die Zerstörung des Universums durch eine Art Zeitblase zu sehen. Am Ende landen die Hauptakteure in dem gestohlenen Raumschiff eines Rockstars das auf die Sonne zurast. Sie überleben, indem sie sich aus dem Schiff teleportieren und in verschiedenen Räumen des gesamten Universums landen.

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Im Gegensatz zu anderen Weltraum Abenteuern wie zum Beispiel „Star Wars“, gibt es kein dunkles Reich in Douglas Adams Galaxie. Die Hauptschurken sind die oben genannten Vogons; bürokratische, gemeine Wesen und schreckliche Poeten aber eigentlich sind sie nicht auf der Dunklen Seite.

Adams beschreibt oft in extremen Längen wie Technology in seiner Welt funktioniert – zum Beispiel der telepathische Babelfisch der alle bekannten Sprachen übersetzen kann oder aber das unendliche Unwahrscheinlichkeits-Laufwerk mit dem das Raumschiff angetrieben wird. Die Erklärungen zu den Technologien sind eindeutig und absolut verrückt aber immer total plausibel. Ein weiteres Beispiel, dass Adams ein wahres Technologie-Genie war ist die Idee eines „elektronischen Buches“, welche in den 1970er Jahren wahnsinnig futuristisch ausgesehen haben muss und heute sehr vorausschauend wirkt.

Douglas Adams war eine wahre Wort Koryphäe. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen aber denke, dass es auf Deutsch nicht weniger spektakulär ist wie er mit Worten umgeht. Niemand sonst formt Sätze wie „The ships hung in the sky in much the same way that bricks don’t” oder “having your brains smashed out by a slice of lemon wrapped round a large gold brick”.

Obwohl die Bücher sehr satirisch gegenüber Religion, Philosophie und Glaube auftreten, enthalten sie tatsächlich einige sehr einsichtige Überlegungen über die menschliche Situation. Eine Sache die so ziemlich jeder kennt ist, dass die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens „42“ ist. In dem Buch gibt es aber auch noch viel subtilere Antworten auf eben diese Frage. Slartibartfast, ein planetarischer Architekt, erzählt Arthur, dass er die von ihm entworfenen norwegischen Fjorde besonders mag, indem er die „kleinen zerknitterten Kanten“ anspricht, die er selbst entworfen hat. Damit gibt er einen fast schon buddhistischen Vorschlag zur Weltanschauung, die augenblickliche Gegenwart zu genießen und die schöpferische Kraft in einem selbst zu suchen.

Adams betont oft die menschlichen Schwächen und Niederlagen. Diese werden unermüdlich verspottet z.B. von der Andeutung, dass das menschliche Leiden nicht durch die Bewegung von kleinen Papierblättern (Bürokratie) gelöst werden kann. Auch der berühmte schwer depressive Android Marvin, ist das Ergebnis von Boshaftigkeit; sondern nur der Banalität zuzuschreiben, dass sich seine Schöpfer für eine echte menschliche Persönlichkeit entschieden haben.

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Das Universum ist ein riesiges, komplexes Phänomen, das mit fremden Spezies, schrullig quirligen Landschaften, bösen Kriegen und alarmierenden Botschaften gefüllt ist. Arthur Dent war nur eine Person, aber sein Leben war so interessant, dass es wahnsinnig Spaß macht seine Geschichte zu lesen. Man stelle sich einmal vor, der eigene Planet wird zerstört, man trampt auf mehreren Raumschiffen, man lernt fliegen, sieht die Zerstörung des Universums und wird auf eine rekonstruierte Erde transportiert. Es gibt so viel Ironie und Humor in den Romanen, dass ich nicht herumkomme zu denken, dass Douglas Adams eine sehr skeptische, sarkastische und pessimistische Person war.

Die ersten beiden Teile verdienen definitiv zehn von zehn Punkten, da sie einfach witzig, fantastisch und verblüffend genug waren um mich sehr gut zu unterhalten. Allerding würde ich den letzten drei Büchern nur fünf von zehn Punkten geben. Ich hatte das Gefühl, dass die Story nicht mehr linear war und vieles notgedrungen erfunden werden musste. Zu viele Dinge passierten auf einmal z.B. in verschiedenen Doppelleben.

Trotzdem, diese Geschichten lehren Physik, Wissenschaft und Philosophie aber vor allem die Kunst mit gewöhnlicher Wörtern faszinierende und erstaunliche Geschichten zu erzählen die allen Regeln zum Trotz auf erstaunliche und lustige Weise total Sinn machen. Wer dieses interstellare Abenteuer beginnen möchte sollte daran denken sich ein Handtuch mitzunehmen. 😊

Lasst gern Kommentare da, ob ihr das Buch gelesen habt und wie es Euch gefallen hat!


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