Urban Gardening

Lust auf ein neues Hobby? Lust Deine Stadt grüner und schöner zu machen. Vielleicht sogar auch darauf, Lebensmittel zu ernten oder den städtischen Insekten zu helfen? Dann ist Urban Gardening was für Dich!

Dig garden

Urban Gardening beschreibt den zunehmenden Einzug von ländlichen Praktiken und Verhaltensweisen in das städtische Umfeld. Eine Urform ist die Anfang der 2000er-Jahre begonnene heimliche Aussaat von Pflanzensamen als Mittel des politischen Widerstands im öffentlichen Raum. Sie wurde bis heute durch die systematische landwirtschaftliche Nutzung urbaner Flächen zum regionalen Selbstversorgungsprinzip weiterentwickelt. Urban Gardening ist auch bekannt als Urban Faming, Guerilla Gardening und Urban Countrification.

Urban Gardening ist sehr weitläufig definiert. Es geht ums begrünen, egal wo. Im Zimmer, auf dem Balkon, der Dachterrasse, dem Hinter- oder Vorgarten, auf einem Hochbeet, dem Mittelstreifen einer Straße, groß oder klein, mit grünen Daumen oder ohne. Ganze egal.

Mach es einfach! Kauft Dir zwei riesige Blumentöpfe und Blumenerde oder benutze einfach den nächst gelegenen Fleck loser Erde vor Deiner Haustür. Hol Dir im nächsten Frühjahr ein paar Sprösslinge Deiner Wahl auf dem Wochenmarkt oder im Gartencenter. Und steck sie dann ohne Plan wild durcheinander in die Erde. Gieß jeden Tag und schau einfach, was passiert. Auch wenn allen Profi-Gärtnern bei der Herangehensweise der Spaten vor Schreck aus der Hand fällt.

pexels-photo (1).jpg

Grenzt der Grund und Boden an eine viel befahrene Straße, ist es wenig ratsam Lebensmittel anzupflanzen. Gegen Blumen oder Zierpflanzen ist hingegen nichts einzuwenden.

Sobald man sich jedoch für den Anbau von Lebensmitteln interssieren, sollte man sich zunächst jedoch über folgende Themen genauer informieren:

  • Standort (Belastungen im Boden)
  • Verkehrssituation (Belastungen der Luft)
  • Wo eignen sich welche Pflanzen besser

An stark befahrenen Straßen sollte kein Gemüse angepflanzt werden wegen Feinstoffbelastung durch Bremsabnutzung. Um sicher zu gehen sollte man ca. 7 Meter Abstand zur Straße wahren und erst dort Gemüse anpflanzen. Als Übergangsgestaltung von Straße zu Garten kann eine Hecke angelegt werden. Um Gifte zu binden eignen sich auch Blumenbeete entlang der Straße da diese zusätzlich die Giftstoffbelastung verringern. Interessanterweise ist es so, dass vor allem kurzlebige Pflanzen wie Salate, Rüben usw. anfällig auf Schwermetalle sind. Beerensträucher, Kern- und Steinobst sowie Nussbäume nehmen in ihren Früchten bei weitem nicht so viel dieser Gifte in sich auf. Daher empfiehlt es sich direkt an der Straße einen mehrere Meter breiten Blumensaum zu pflanzen, der neben der Verringerung der Giftstoffbelastung, zudem der Insektenwelt dient. Als nächste Barriere eignet sich eine Wildobsthecke. Dahinter kann der Gemüsegarten mit den anfälligeren Pflanzen angelegt werden.

Hier einige Pflanzanregungen:

  1. Kräuter

Schnittlauch & Co. brauchen vor allem einen ausreichend großen Topf, der mehrere Abflusslöcher hat. Terrakotta-Töpfe eignen sich hier hervorragend. Die Erde sollte locker und gut durchlässig sein. Lass sie nach dem regelmäßigen Gießen immer erst leicht austrocknen, bevor Du wieder neu wässert.

  1. Frühlingszwiebeln

Wer das nächste Mal Frühlings- oder Lauchzwiebeln kauft, schneidet den Lauch einfach ab und behält die Zwiebelknolle. Stell die Knolle mit den Wurzeln nach unten in ein Wasserglas auf das Fensterbrett. Die Knolle sollte immer mit Wasser bedeckt sein.  Sobald die grünen Triebe zehn bis 15 Zentimeter lang sind, kann man das frische Grün abschneiden oder die gesamte Zwiebel nutzen. Insgesamt kann von einer Zwiebel zwei- bis dreimal geerntet werden.

  1. Radieschen

Radieschen sind kurz und wachsen schnell. Deshalb brauchen sie keinen tiefen, eher einen breiten Topf. Hier eignet sich ein Balkonkasten hervorragend. Die kurze Reifezeit ermöglicht es in bereits vier bis sechs Wochen nach der Aussaat das erste Mal zu ernten. Wer alle vier Wochen sät, kann von Mai bis Oktober immer eigene, frische Radieschen essen. Wichtig für die erfolgreiche Zucht ist zum einen ein sonniger, halbschattiger Platz auf der Fensterbank oder dem Balkon. Zum anderen sollten die Samen in der feinen Erde nicht zu eng aneinander liegen. Mit gewissem Abstand behindern sich die Knollen beim Wachsen nicht gegenseitig und können sich besser ausbilden.

  1. Keimlinge

Keimlinge sind derzeit im Trend. Von der Kresse bis zum Salat – Keimlinge können alles sein, was erste frische Blätter angesetzt hat und noch nicht zur vollen Pflanze herangewachsen ist. Sä die Samen am besten in einer flachen Schale aus und stell sie auf die Fensterbank oder auf den Balkon ins Licht. Die Erde sollte stets feucht aber nie durchwässert sein. Sobald erste Triebe sichtbar sind, kann geerntet werden.

  1. Zuckererbsen

Zuckererbsen eignen sich bestens für den Balkonanbau. Weil sie vertikal wachsen, brauchen sie nicht viel Grundfläche. Dafür benötigen sie, eine Rankhilfe zum Hochklettern. Weidenstöcker, Bänder oder Kaninchendraht eignen sich hier am besten. Ab Anfang April können ihr die Samen mit etwas Abstand zueinander im Balkonkasten ausgesät. Ein sonniger bis halbschattiger Platz als Standort ist ideal. Achtung: Zuckererbsen sollten nicht mit Tomaten zusammenstehen. Dafür vertragen sie sich mit Radieschen und Salat umso besser.

pexels-photo-136183

Anstatt Lebensmittel bieten sich aber auch Pflanzen an, die einen städtischen Lebensraum für Insekten schaffen. Diese Pflanzen sind ein Fest für die vielen flatternden und brummenden Gartenbewohner. Blütenbesuchende Insekten sind vom frühen Frühjahr bis zum späten Herbst aktiv. Doch nicht immer finden sie in dieser Zeit geeignete Blüten. Besonders außerhalb des Sommers kann es für sie zu „Engpässen“ kommen. Dem lässt sich entgegenwirken, indem auf dem Balkon, im Garten oder im öffentlichen Grün Pflanzen wachsen, die für ein kontinuierliches Blütenangebot sorgen.

Ein Blütenangebot mit Nektar- und Pollenspendern auf dem Balkon ist leider noch kein alleiniger Garant für zahlreiche Insektenbesuche. Dieser hängt noch von anderen Faktoren ab: Grundsätzlich können nur die Insekten kommen, die es in der Gegend noch gibt. Die Insekten brauchen auch im näheren Umfeld des Balkons weitere Nahrungs- und Nistmöglichkeiten (Nachbarbalkone, Bepflanzung des umliegenden Siedlungsraumes). Auch ist der Flugradius der meisten Insekten begrenzt. Liegt der Balkon zu hoch und zu windexponiert, schaffen es nur einzelne kräftige „Flieger“ wie die Hummel dorthin.

Außerdem eignet sich nicht jede Blütenform für jedes Insekt gleich gut, Grund ist der unterschiedliche Bau der Mundwerkzeuge von blütenbesuchenden Insekten. Die meisten Blüten sind so gebaut, dass Bienen sie gut besuchen können. Tiefere und größere Blüten werden von Hummeln mit ihren etwas längeren Rüsseln und ihrem größeren Körpergewicht aufgesucht. Bei ganz langen Röhrenblüten, Trichtern und Kelchen kommen nur noch Schmetterlinge zum Zug.

pexels-photo-27644.jpg

Diese insektenfreundlichen Pflanzen eignen sich sehr gut für Balkon oder Straße und blühen wunderschön:

  • Kokardenblume (Gaillardia grandiflora)
  • Mädchenauge (Coreopsi)
  • Sonnenhut
  • Astern
  • Thymian
  • Lavendel
  • Bohnenkraut
  • Salbei
  • Oregano
  • Ysop
  • Zitronenmelisse
  • Pfefferminz
  • Einjähriges Basilikum
  • Rosen
  • Margeriten
  • Lavendel
  • Rosmarin
  • Krokus
  • Narzissen
  • Tulpen
  • Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris)
  • Färberkamille (Anthemis tinctoria)
  • Katzenminze
  • Waldziest
  • Malven
  • Blutweiderich

Je nach Größe der Anbauflächen, benötigt man meist nur eine Grundausstattung. Diese und Sämereien bekommt man in jedem Gartenbau-Zentrum. Das wichtigste Zubehör ist jedoch ein Liegestuhl und ein gutes Buch. Außerdem verbreitet ein schöner Sonnenschirm ansteckend gute Laune und man kann dabei neue Kräfte sammeln.

Wie viele Dinge im Leben, bereitet das urbane Gärtnern in der Gemeinschaft am meisten Freude. Garantiert findet man Menschen, die ökologisch und nachhaltig mit der Ressource Natur umgehen wollen. Es gibt in allen Städten Schrebergartenvereine. Zudem finden sich auch Clubs und Gruppen, die die verschiedenen Arten des Urban Gardening betreiben.

flowers-garden-herbs-flowerbed

Quellen:https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22445920http://www.umweltnews.com/wissen/vorsicht-beim-urban-gardening-schwermetalle-im-gemuse-200/http://www.bund-bremen.net/fileadmin/bundgruppen/bcmslvbremen/naturschutz/artenschutz/Bremen_blueht_auf/NBL-28_Balkonpflanzen_fuer_Insekten_0309.pdfDie vorliegenden dargestellten Inhalte dienen der neutralen Information und stellen keine Empfehlung oder Bewerbung der beschriebenen Nähr-, Arznei-, Heilmittel, Methoden oder Behandlung dar. Beiträge und Tipps beziehen sich lediglich auf die vorgestellten Produkte als Lebensmittel und ihre Verwendungen im Allgemeinen und bezwecken eine kritische Auseinandersetzung mit den jeweiligen Produkten. Hinweise auf konkrete Produkte einzelner Hersteller und Empfehlungen betreffen lediglich eigene Einkaufsquellen. Es wird dringend empfohlen, sämtliche Verwendungs- und Warnhinweise auf den jeweiligen Verpackungen der etwaig erworbenen Produkte streng zu beachten. Es kann keine Garantie auf Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Ausgewogenheit der Informationen gegeben werden. Die Inhalte ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und sollten nicht als Grundlage eigener Diagnosen und Handlungen dienen. SoulUrbia übernimmt keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus den hier dargestellten Inhalten ergeben.


Ein Gedanke zu “Urban Gardening

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s