Bücher die ich 2017 gelesen habe

Für mich ist Lesen eine Leidenschaft. Die Bezeichnungen Büchernarr, Leseratte und Bücherwurm haben für mich keine negative Konnotation. Zwei oder drei Bücher liegen immer griffbereit in meiner Nähe. Manche verschlinge ich an einem Abend, an anderen knabbere ich mehrere Wochen.

Wenn ich mich mit einem Thema näher befassen möchte, als dies online auf die Schnelle möglich ist, greife ich zur Fachliteratur. Romane lese ich, um in die vom Autor geschaffene Welt einzutauchen. Versteht er sein Handwerk, möchte ich diese Welt und die erfundenen Menschen darin gar nicht mehr verlassen.  Durch mein Interesse für Wirtschaft und Politik lese ich auch viel „schwere“ Literatur. Biografien faszinieren mich auch; manchmal.

Jeder passionierte Leser ist stets auf der Suche nach neuem Lesestoff. Das Angebot ist dabei so groß, dass er 1.000 Jahre alt werden müsste, um ein Prozent der lieferbaren deutschsprachigen Bücher zu lesen. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ich persönlich bin immer sehr interessiert daran, was andere Menschen lesen. Und teile auch gern meine Erfahrungen und Empfehlungen.

Zu einigen meiner Lieblings-Bücher gibt es auf SoulUrbia schon ausführliche Beschreibungen und Bewertungen. Aber nicht zu allen.

Hier eine Liste der Bücher die ich 2017 gut, spannend, inspirierend oder auch einfach nur unterhaltsam  aber vor allem empfehlenswert fand.:

Sapiens – Yuval Noah Harari (Non Fiction / Sachbuch)
Ein absolut lesenswertes Buch. Vielleicht sogar mein Lieblingsbuch 2017. Es beantwortet Fragen wie z.B.: Wie haben wir, Homo Sapiens, es geschafft, den Kampf  ums Überleben für uns zu entscheiden? Warum ließen unsere Vorfahren, die einst Jäger und Sammler waren, sich nieder, betrieben Ackerbau und gründeten Städte und Königreiche? Warum begannen wir, an Götter zu glauben, an Nationen, an Menschenrechte? Warum setzen wir Vertrauen in Geld, Bücher und Gesetze und unterwerfen uns der Bürokratie, Zeitplänen und dem Konsum? Und hat uns all dies im Lauf der Jahrtausende glücklicher gemacht?  Über Sapiens gibt es schon eine ausführliche Rezension. Diese findet ihr hier.

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Homo Deus – Yuval Noah Harari (Non Fiction / Sachbuch)
Der zweite Teil über die Spezies Mensch, in der Harari in eine noch verborgene Welt eintaucht: die Zukunft.  Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen – schöpferische wie zerstörerische – und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen mit Technik verstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir?

Flachsinn – Gunter Dueck (Non Fiction / Sachbuch)
Ich liebe Gunter Duecks Vorträge über Innovation und Zukunft auf Messen, Laudationen oder einfach auf YouTube. Sein Bücher sind mir daher manchmal zu einfach aber dennoch sind sie interessant, lesenswert und geben immer Denkanstöße. Störfeuer im Sekundentakt. Im Netz findet ein Dauerfeuer aus Sensationen auf uns statt. Nie zuvor war das Erzeugen von Rummel leichter. Ob in Politik, Wirtschaft oder anderen gesellschaftlichen Bereichen: Es wird schneller, lauter und dümmer. Flachsinn regiert!

Elon Musk: Wie Elon Musk die Welt verändert – Ashlee Vance (Non Fiction / Sachbuch)
Elon Musk ist für mich eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten unsere Zeit.  Seine Firmengründungen lesen sich wie das Who’s who der zukunftsträchtigsten Unternehmen der Welt. Alles, was dieser Mann anfasst, scheint zu Gold zu werden. Mit PayPal revolutionierte er das Bezahlen im Internet, mit Tesla schreckte er die Autoindustrie auf und sein Raumfahrtunternehmen SpaceX ist aktuell das weltweit einzige Unternehmen, das ein Raumschiff mit großer Nutzlast wieder auf die Erde zurückbringen kann. Eine ausführliche Rezension gibt es bereits auf SoulUrbia hier.

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Der alte König in seinem Exil – Arno Geiger (Non Fiction / Sachbuch)
Ein äußerst berührendes Buch über einen Vater, der trotz seiner Alzheimer Krankheit mit Vitalität und Klugheit beeindruckt. Im Alltag ist er oft hellwach, aber seine Vergangenheit, sein Haus und seine Kinder hat er vergessen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. Er entdeckt, dass es auch mit der Krankheit bei seinem Vater noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewusstsein und Würde. Ein lebendiges, oft komisches Buch, das von einem Leben erzählt, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden.

Wiedersehen im Café am Rande der Welt – John Strelecky (Ratgeber/ Erzählung)
Vor einigen Jahren veröffentlichte der Amerikaner John Strelecky eine ca. 100 Seiten-starke Erzählung über den Sinn des Lebens, die seitdem in 21 Sprachen übersetzt wurde und weltweit zu einem Bestseller wurde. Der Vorgänger »Das Café am Rande der Welt« ist die Geschichte eines gestressten Managers, der sich mit seinem Wagen verfährt und in einem mysteriösen Café landet. Dort begegnet er drei Fragen: Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben? Das Buch begleitet durch die Beantwortung der drei Fragen. Wiedersehen im Café am Rande der Welt ist die Fortsetzung. Der Manager führt heute ein ausgeglichenes und glückliches Leben. Während einer Radtour auf Hawaii erinnert sich er sich an den Besuch in dem mysteriösen Cafe vor vielen Jahren, der sein Leben radikal verändert hat. Damals war er zufällig auf das Café am Rande der Welt gestoßen. Und obwohl er sich nun an einem völlig anderen Ort befindet, Tausende Kilometer entfernt, sieht er es plötzlich wieder. In dem Café begegnet er der attraktiven Jessica, die unglücklich mit ihrem Leben ist. Eingebunden in ein stressiges Arbeitsleben tut sie das, was andere von ihr erwarten, hat dabei aber ihre eigenen Ziele und Wünsche aus den Augen verloren. Der Manager wird zu ihrem Mentor und hilft ihr, sich auf den Sinn ihres Lebens zu besinnen.

Blackout – Marc Elsberg (Thriller/ Belletristik)
An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, die Behörden zu warnen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, tauchen in Manzanos Computer dubiose Emails auf, die den Verdacht auf ihn selbst lenken. Er ist ins Visier eines Gegners geraten, der ebenso raffiniert wie gnadenlos ist. Unterdessen liegt ganz Europa im Dunkeln, und der Kampf ums Überleben beginnt … Absolut lesenswert (auch um für den Ernstfall gewappnet zu sein) 🙂 EIne vollständige Rezension gibt es hier.

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Girl on the Train – Paula Hawkins (Thriller/ Belletristik)
Seit langem hat mich kein Buch mehr so gefesselt wie dieser Thriller. Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht. Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar mit in die Geschichte.

Are you experienced – William Sutcliffe (Belletristik)
Eine große Reise nach Indien geplant? Mit dem Rucksack? Dann unbedingt vorher noch dieses Buch lesen. Vielleicht reist man dann ein wenig anders… Bevor Dave zur Uni geht, will er erst einmal richtig leben – und beschließt darum, seiner Angebeteten Liz für ein Jahr als Rucksacktourist nach Indien zu folgen. Dort landet er aber nicht wie geplant in ihrem Bett, sondern in einem abgewrackten Hotel voller Karma-Freaks und sonstiger Chaoten …  Sehr lesenswert. ich habe viel gelacht. 🙂

Hillbilly Elegy – J.D. Vance (Non Fiction / Sachbuch)
Ein Buch das mich zutiefst berührt und auch inspiriert hat. Vances Großeltern versuchten, mit Fleiß und Mobilität der Armut zu entkommen und sich in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren. J. D. Vance erzählt die Geschichte seiner Familie – eine Geschichte vom gescheiterten Aufstieg und von der Resignation einer ganzen Bevölkerungsschicht. Sein Buch bewegte Millionen von Lesern in den USA und erklärt nicht zuletzt den Wahl Triumph eines Donald Trump. Eine ausführlich Rezension findet ihr hier.

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Milk and Honey – Rupi Kaur (Poesie/ Belletristik)
Überleben ist das große Thema von milk and honey – milch und honig. Die lyrischen und prosaischen Texte im Mega-Bestseller aus den USA drehen sich um die Erfahrungen, die Frauen mit Gewalt, Verlust, Missbrauch, Liebe und Feminismus gemacht haben.
Jedes der vier Kapitel dient einem anderen Zweck, beschäftigt sich mit einem anderen Schmerz, heilt eine andere Wunde. milk and honey – milch und honig führt seine Leser durch die bittersten Momente im Leben einer Frau und gibt Trost. Denn Trost lässt sich überall finden, wenn man es nur zulässt. Über dieses wundervolle Buch musste ich natürlich auch schreiben. Eine Rezension gibt es hier.

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Warum Nationen scheitern – James A. Robinson, Daron Acemoglu (Non Fiction / Sachbuch)
Warum scheitern Nationen? – Zumindest für mich ist das eine sehr spannende Frage. Starökonom Daron Acemoglu und Harvard-Politologe James Robinson geben eine ebenso schlüssige wie eindrucksvolle Antwort auf diese grundlegende Frage. 15 Jahre Forschung und Wissenschaft waren nötig um uns zahlreiche, faszinierende Fallbeispiele – von den Conquistadores über die Industrielle Revolution bis zum heutigen China, von Sierra Leone bis Kolumbien –  zu zeigen. Es wird anschaulich dargestellt, mit welcher Macht die Eliten mittels repressiver Institutionen sämtliche Regeln zu ihren Gunsten manipulieren – zum Schaden der vielen Einzelnen. Ein spannendes und faszinierendes Plädoyer dafür, dass Geschichte und Geographie kein Schicksal sind. Und ein überzeugendes Beispiel, dass die richtige Analyse der Vergangenheit neue Wege zum Verständnis unserer Gegenwart und neue Perspektiven für die Zukunft eröffnet. Ein provokatives, brillantes und einzigartiges Buch. Auch hierzu gibt es eine umfangreiche Rezension hier.

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Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch – Marina Lewycka (Belletristik)
Ich bekam dieses Buch zum Geburtstag von einer Freundin geschenkt. Sie ist ukrainerin und hat mir dadurch ihre Kultur auf lustige Art und Weise ein ganzes Stück näher gebracht. Danke dafür Irina. Als Nadias verwitweter Vater ihr mitteilt, dass er wieder heiraten will, löst er eine gewaltige Familienkrise aus. Die Angebetete ist eine üppige Blondine aus der Ukraine mit einer Vorliebe für grüne Satin Unterwäsche und Fertiggerichte. Sonst nicht gerade ein Herz und eine Seele, sind sich Nadia und ihre Schwester hier sofort einig: Ihr Vater muss aus den Klauen der Glücksritterin gerettet werden! Doch auch der alte Mann arbeitet zielstrebig an der Erfüllung seiner Träume …

Lion – Saroo Brierley (Belletristik)
Das einzige Buch, welches mich 2017 immer und immer wieder zum weinen gebracht hat. Es ist die berührende Geschichte des fünfjährigen Saroo, der in einem wartenden Zug einschläft und so ans andere Ende von Indien fährt, nach Kalkutta. Völlig alleine an einem der gefährlichsten Orte der Welt schlägt er sich wochenlang auf der Straße durch, landet im Waisenhaus und gelangt so zu den Brierleys, die Saroo ein neues Zuhause in Australien schenken. Fünfundzwanzig Jahre später macht sich Saroo mit Hilfe von Google Earth auf die Suche nach seiner leiblichen Familie. Das Unglaubliche passiert: Er findet ein Dorf, das dem Bild in seiner Erinnerung entspricht.

Des Weiteren las ich Im Urlaub „Das Glücksprojekt„, „Das Sinn-des-Lebens-Projekt“ von Alexandra Reinwarth. Bücher die ich als sehr leichte und lustige Kost zum Abschalten und Entspannen empfehlen kann. Man muss den Schreibstil von Ihr mögen, dann wird man sich herrlich über ihre Geschichten amüsieren.

Welches sind Eure Lieblingsbücher 2017?

 


2 Gedanken zu “Bücher die ich 2017 gelesen habe

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